
Nachdem Gott den Israeliten seine Gesetze gegeben hatte, die sie als Teil seines Bundes mit ihnen einhalten sollten, brachen sie vom Berg Sinai auf. Ihr Ziel war das verheißene Land, das Kanaan hieß und wohin Gott sie führen wollte. Die Wolkensäule ging vor ihnen her nach Kanaan, und sie folgten ihr.

Gott hatte Abraham, Isaak und Jakob versprochen, dass er ihren Nachkommen das verheißene Land geben würde, aber dort lebten zu der Zeit verschiedene Völker, die Kanaaniter genannt wurden. Die Kanaaniter beteten Gott nicht an und gehorchten ihm auch nicht. Sie beteten falsche Götter an und taten viel Böses.

Gott sagte zu den Israeliten: „Ihr müsst die Kanaaniter im verheißenen Land los werden! Schließt keinen Frieden mit ihnen und heiratet niemand von ihnen! Alle ihre Götter müsst ihr völlig zerstören. Wenn ihr mir nicht gehorcht, werdet ihr eines Tages ihre Götter anbeten statt mich.“

Als die Israeliten die Grenze Kanaans erreichten, wählte Mose zwölf Männer aus, einen aus jedem der Stämme Israels. Diese beauftragte er, das Land auszukundschaften und zu sehen, wie es beschaffen ist. Sie sollten auch die Kanaaniter auskundschaften und feststellen, ob sie stark oder schwach sind.

Die zwölf Kundschafter reisten 40 Tage durch Kanaan und kehrten danach wieder zurück. „Das Land ist sehr fruchtbar“, berichteten sie dem Volk, „und es gibt eine Menge zu ernten!“ Zehn der Kundschafter sagten aber noch: „Die Städte sind befestigt, und die Menschen dort sind Riesen! Wenn wir sie angreifen, werden sie uns bestimmt besiegen und töten.“

Darauf sagten Kaleb und Josua, die beiden anderen Kundschafter: „Die Menschen in Kanaan sind wirklich groß und stark, aber wir können sie ganz bestimmt besiegen, denn Gott wird für uns kämpfen!“

Das Volk hörte aber nicht auf Kaleb und Josua. Sie wurden zornig auf Mose und Aaron und sagten: „Warum habt ihr uns an diesen schrecklichen Ort gebracht? Wir wären besser in Ägypten geblieben, damit wir nicht im Kampf sterben müssen und damit unsere Frauen und Kinder nicht zu Sklaven gemacht werden.“ Das Volk wollte einen anderen Anführer wählen, der sie nach Ägypten zurückbringen sollte.

Da wurde Gott sehr zornig und kam zum Zelt der Zusammenkunft. „Weil ihr euch gegen mich gestellt habt, muss das ganze Volk in der Wüste umherziehen“, sagte er. „Außer Josua und Kaleb wird jeder, der 20 Jahre alt und älter ist, in der Wüste sterben und nie in das verheißene Land kommen.“

Als die Menschen das hörten, tat es ihnen Leid, dass sie gesündigt hatten. Sie griffen zu ihren Waffen und wollten die Kanaaniter angreifen. Aber Mose warnte sie davor, aufzubrechen, denn Gott war nicht mit ihnen. Aber sie hörten nicht auf ihn.

Gott zog nicht mit ihnen in den Kampf, so dass sie besiegt wurden und viele von ihnen umkamen. Daraufhin kamen die Israeliten von Kanaan zurück und wanderten 40 Jahre lang durch die Wüste.

Während der 40 Jahre, die das Volk Israel durch die Wüste zog, sorgte Gott für sie. Er gab ihnen Brot vom Himmel, das „Manna“ hieß. Er sandte ihnen auch Schwärme von Wachteln in ihr Lager, damit sie Fleisch zu essen hätten. Wachteln sind mittelgroße Vögel. Während dieser gesamten Zeit sorgte Gott dafür, dass ihre Kleider und Sandalen sich nicht abnutzten.

Gott gab ihnen sogar auf wunderbare Weise Wasser aus einem Felsen. Aber trotz all dem beschwerte sich das Volk Israel und murrte gegen Gott und gegen Mose. Und obwohl sie dies taten, blieb Gott seinen Zusagen an Abraham, Isaak und Jakob treu.

Ein anderes Mal, als das Volk kein Wasser hatte, sagte Gott zu Mose: „Sprich zu dem Felsen, dann wird Wasser aus ihm herauskommen.“ Aber Mose wurde wütend und schlug einfach zweimal mit seinem Stab auf den Felsen, anstatt zu ihm zu sprechen. Da kam Wasser aus dem Felsen, von dem jeder trinken konnte. Gott war aber zornig auf Mose und sagte: „Du wirst nicht in das verheißene Land kommen.“

Nachdem die Israeliten 40 Jahre durch die Wüste gezogen waren, waren alle gestorben, die sich gegen Gott aufgelehnt hatten. Daraufhin führte Gott das Volk erneut an die Grenze des verheißenen Landes. Mose war jetzt schon sehr alt. Deshalb wählte Gott Josua aus, der Mose helfen sollte, das Volk zu führen. Gott versprach Mose auch, dass er eines Tages einen anderen Propheten wie Mose senden würde.

Danach sagte Gott zu Mose: „Geh auf den Gipfel eines Berges, von wo aus du das verheißene Land sehen kannst.“ Mose sah das Land, aber Gott erlaubte ihm nicht, es zu betreten. Dann starb Mose, und die Israeliten trauerten 30 Tage um ihn. Josua wurde ihr neuer Anführer. Er war ein guter Führer, denn er vertraute auf Gott und gehorchte ihm.



