
Nachdem Gott die Israeliten durch das Rote Meer geleitet hatte, führte er sie durch die Wüste an den Berg Sinai. Es war derselbe Berg, an dem Mose den brennenden Busch gesehen hatte. Das Volk schlug seine Zelte am Fuß des Berges auf.

Dann sagte Gott zu Mose und zum Volk Israel: „Wenn ihr mir gehorcht und meinen Bund haltet, werdet ihr mein besonderes Eigentum sein, ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk.“

Drei Tage später kam Gott auf den Gipfel des Berges Sinai herab, nachdem sich das Volk darauf vorbereitet hatte. Er kam mit Blitz und Donner, mit Rauch und lautem Posaunenschall. Nur Mose durfte auf den Berg gehen.

Dann schloss Gott seinen Bund mit ihnen und sagte: „Ich bin der HERR, euer Gott, der euch aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat. Betet keine anderen Götter an!“

„Macht euch keine Abbilder und betet sie nicht an, denn ich, der HERR, bin ein eifersüchtiger Gott. Missbraucht nicht meinen Namen, und haltet den Sabbat stets heilig. All eure Arbeit sollt ihr in sechs Tagen verrichten, denn der siebte Tag ist für euch ein Tag, an dem ihr euch ausruhen und meiner gedenken dürft.“

„Ehre deinen Vater und deine Mutter! Töte niemand! Brich nicht die Ehe! Stiehl nicht und lüg nicht! Begehre nicht die Frau deines Nächsten, auch nicht sein Haus oder etwas anderes, das ihm gehört!“

Dann schrieb Gott diese zehn Gebote auf zwei Steintafeln und gab sie Mose. Gott erließ noch viele andere Gesetze und Verordnungen, denen das Volk folgen sollte. Gott versprach: „Wenn das Volk diese Gesetze befolgt, werde ich es segnen und beschützen. Bei Ungehorsam werde ich sie bestrafen."

Gott gab den Israeliten auch eine genaue Beschreibung eines Zeltes, das sie herstellen sollten. Man nannte es „das Zelt der Zusammenkunft“. Es bestand aus zwei Räumen, die durch einen großen Vorhang voneinander getrennt waren. Nur dem Hohenpriester war es erlaubt, in den Raum hinter dem Vorhang zu gehen, weil Gott dort wohnte.

Jeder, der gegen Gottes Gesetz verstieß, konnte ein Tier als Opfer für Gott zu dem Altar bringen, der vor dem Zelt der Zusammenkunft stand. Ein Priester schlachtete dann das Tier und verbrannte es auf dem Altar. Das Blut des Opfertieres deckte die Sünde dessen, der sie begangen hatte, zu und machte ihn in Gottes Augen rein. Gott erwählte Aaron, Moses Bruder, und Aarons Nachkommen, um ihm als Priester zu dienen.

Die Menschen verpflichteten sich alle, den Geboten zu gehorchen, die Gott ihnen gegeben hatte. Sie verpflichteten sich, nur Gott anzubeten und sein Volk zu sein. Aber schon kurze Zeit später, nachdem sie sich zum Gehorsam Gott gegenüber verpflichtet hatten, versündigten sie sich schrecklich.

Mose war viele Tage auf dem Gipfel des Berges Sinai und redete mit Gott. Das Volk wurde müde, noch länger auf seine Rückkehr zu warten. Deshalb brachte es Gold zu Aaron und bat ihn, ein Bildnis für sie herzustellen.

Aaron stellte ein Bildnis in Form eines Kalbes her, und das Volk begann, dieses Götzenbild hemmungslos anzubeten und ihm Opfer zu bringen. Wegen dieser Sünde wurde Gott zornig auf das Volk und wollte es vernichten. Aber Mose betete für die Menschen, und Gott erhörte sein Gebet und verschonte sie.

Als Mose vom Berg zurückkehrte und das Götzenbild sah, wurde er so zornig, dass er die Steintafeln zerbrach, auf die Gott die zehn Gebote geschrieben hatte.

Dann zermalmte Mose das Götzenbild zu Staub, warf den Staub ins Wasser und gab dem Volk dieses Wasser zu trinken. Darauf sandte Gott eine Plage unter das Volk, und viele von ihnen starben.

Mose stieg erneut auf den Berg und betete zu Gott um Vergebung für das Volk. Gott erhörte Mose und vergab den Menschen. Dann schrieb Gott die zehn Gebote auf neue Steintafeln, um die alten zu ersetzen, die Mose zerbrochen hatte. Danach führte Gott die Israeliten vom Berg Sinai weg, dem verheißenen Land entgegen.



