
Nachdem Josua gestorben war, wurden die Israeliten Gott ungehorsam. Sie vertrieben die restlichen Kanaaniter nicht und gehorchten Gottes Gesetze nicht mehr. Anstatt den HERRN, den wahren Gott, anzubeten, begannen sie, die kanaanitischen Götter zu verehren. Sie hatten keinen König, und jeder tat, was er für richtig hielt.

Weil sie Gott weiterhin nicht gehorchten, strafte Gott sie dadurch, dass er ihren Feinden erlaubte, sie zu besiegen. Ihre Feinde beraubten sie und zerstörten, was sie besaßen, und töteten viele von ihnen. Nach vielen Jahren des Ungehorsams gegen Gott und der Unterdrückung durch ihre Feinde taten sie Buße und baten Gott, sie zu retten.

Daraufhin sorgte Gott für einen Richter, der sie von ihren Feinden rettete und ihrem Land Frieden brachte. Doch dann vergaßen die Menschen Gott wieder und begannen, andere Götter anzubeten. Da ließ Gott zu, dass die Midianiter, ein Volk in der Nähe, sie besiegten.

Die Midianiter nahmen sieben Jahre lang die Ernte der Israeliten mit. Die Israeliten fürchteten sich und versteckten sich in Höhlen, damit die Midianiter sie nicht finden würden. Schlussendlich riefen sie Gott um Rettung an.

Eines Tages drosch ein israelitischer Mann namens Gideon heimlich Getreide, um nicht von den Midianitern bestohlen zu werden. Da kam der Engel des HERRN zu ihm und sagte: „Gott ist mit dir, du starker Held. Geh un rette Israel von den Midianitern.“

Gideons Vater besaß einen Altar, der einem Götzen geweiht war. Gott gebot Gideon, diesen Altar abzureißen. Gideon fürchtete sich jedoch vor den Leuten und wartete deshalb, bis es Mitternacht war. Dann riss er den Altar ab un brach ihn in Stücke. Er errichtete einen neuen Altar für Gott nahe der Stelle, an der der Götzenaltar stand und brachte Gott ein Opfer dar.

Am nächsten Morgen sahen die Menschen, dass jemand den Altar abgerissen und zerstört hatte. Da packte sie der Zorn, und sie gingen zu Gideons Haus, um ihn zu töten. Aber Gideons Vater sagte: „Warum versucht ihr denn, eurem Gott zu helfen? Wenn er wirklich Gott ist, soll er sich doch selbst beschützen!“ Weil er das sagte, töteten die Leute Gideon nicht.

Danach kamen die Midianiter erneut, um die Israeliten zu berauben. Sie waren so zahlreich, dass man sie nicht zählen konnte. Gideon rief die Israeliten zusammen, um gegen sie zu kämpfen. Er bat Gott um zwei Zeichen, um sicher zu sein, dass Gott ihn gebrauchen will, um Israel zu retten.

Das erste Zeichen bestand darin, dass Gideon ein Schaffell auf den Boden legte und Gott bat, den Morgentau nur auf das Schaffell fallen zu lassen und nicht auf den Boden. Gott tat dies. In der darauffolgenden Nacht bat Gideon darum, dass nur der Boden benetzt sein soll und nicht das Schaffell. Gott tat auch dies. Diese beiden Zeichen überzeugten Gideon davon, dass Gott ihn gebrauchen wollte, um die Israeliten von den Midianitern zu retten.

32.000 israelitische Soldaten kamen zu Gideon, aber Gott sagte ihm, das seien zu viele. Daraufhin schickte Gideon 22.000 nach Hause, die sich vor dem Kampf fürchteten. Dann sagte Gott Gideon, er hätte immer noch zu viele Männer. Also schickte sie Gideon bis auf 300 Soldaten alle nach Hause.

In dieser Nacht sagte Gott zu Gideon: „Geh hinab ins midianitische Lager, und wenn du hörst, was die Midianiter sagen, wirst du dich nicht mehr fürchten.“ Daraufhin ging Gideon in der Nacht zum Lager und hörte, wie ein midianitischer Soldat seinem Kamerad erzählte, was er geträumt hatte. Der Kamerad des Mannes sagte: „Dieser Traum bedeutet, dass Gideons Heer das Heer der Midianiter besiegen wird.“ Als Gideon das hörte, betete er Gott an.

Danach kehrte Gideon zu seinen Soldaten zurück und gab jedem ein Horn, einen Tonkrug und eine Fackel. Sie zogen einen Belagerungsring um das Lager, in dem die midianitischen Soldaten schliefen. Gideons 300 Soldaten hatten ihre Fackeln in den Tonkrügen. Deshalb konnten die Midianiter das Licht der Fackeln nicht sehen.

Dann zerbrachen Gideons Soldaten ihre Tonkrüge alle zur gleichen Zeit und brachten so das Feuer ihrer Fackeln zum Vorschein. Sie bliesen ihre Hörner und riefen: „Ein Schwert für den HERRN und für Gideon!“

Gott verwirrte die Midianiter, so dass sie anfingen, sich gegenseitig anzugreifen und zu töten. Die restlichen Israeliten wurden unverzüglich aus ihren Häusern gerufen, um zu helfen, die Midianiter zu vertreiben. Die Israeliten töteten viele von ihnen und vertrieben die übrigen aus ihrem Land. An diesem Tag starben 120.000 Midianiter. Gott hatte Israel gerettet.

Die Menschen wollten Gideon nun zu ihrem König machen. Gideon erlaubte ihnen dies nicht, aber er bat sie, ihm einige der goldenen Ringe zu geben, die jeder von ihnen von den Midianitern erbeutet hatte. Daraufhin gaben die Menschen Gideon eine große Menge Gold.

Gideon benutzte dieses Gold, um ein besonderes Gewand anzufertigen, eins wie es der Hohepriester trug. Die Menschen begannen jedoch, dieses Gewand anzubeten, so als ob es ein Götze wäre. Daraufhin strafte Gott Israel erneut, weil sie Götzen anbeteten. Gott ließ zu, dass ihre Feinde sie besiegten. Dann endlich baten sie Gott, ihnen zu helfen, und Gott sandte ihnen einen anderen Richter.

Dieses Verhaltensmuster wiederholte sich viele Male: Die Israeliten sündigten, Gott strafte sie, und sie taten Buße. Dann sandte Gott ihnen einen Richter, um sie zu retten. Gott sandte ihnen über viele Jahre viele Richter, die sie von ihren Feinden retteten.

Zuletzt bat das Volk Gott um einen König, so wie ihn alle anderen Völker hatten. Sie wollten einen König, der groß und stark war und der sie in den Kampf führen konnte. Gott war über diese Bitte nicht erfreut, aber er gab ihnen einen König, so wie sie ihn erbeten hatten.



